Wie schon vor ein paar Wochen (diesem Beitrag) erwähnt bin ich sehr angetan von so genannten “stupid boy projects”. Als Erfinder dieser Bezeichnung ist wohl Danny Wallace in seinem Roman Yes Man zu nennen. Im Buch beschreibt Danny wie er ein halbes Jahr jede Entscheidungsfrage die ihm gestellt wird mit “Ja” versucht zu beantworten.
Das ist ein besonders einschneidendes Projekt wie ich finde und sicherlich nicht ohne weiteres durchführbar. Inwieweit Wallace in seinem Buch übertreibt und ausschmückt erfährt man ebenfall nicht. Spannend ist jedoch die Ausgangsidee und die Berichterstattung über deren Durchführung. Auch Dannys weitere Bücher sind vom Prinzip ebenfalls als “Stupid Boy Projects” einzuordnen und in diesem Sinne als literarisch geschilderte Selbstversuche zu bezeichnen.
Von genau diesem Prinzip der Herausforderung von sich selbst bin ich begeistert.
Was genau ist ein “stupid boy project“?
Erst einmal ist die Bezeichnung irreführend, da es sich nur auf ein Geschlecht bezieht, was natürlich nicht Sinn und Zweck sein soll. Ich bevorzuge deshalb die Bezeichnung “my stupid project”. Das “stupid” passt dabei in dem Sinne sehr gut, als das es sich bei der selbst gestellten Aufgabe, dem Projekt um etwas handeln soll, das eben nicht alltäglich ist. Etwas, dass wenn man jemandem davon erzählt, kopfschütteln oder eine in falten gelegte Stirn erntet. Konkret würde das heißen, das Selbstprojekt “aufhören zu rauchen” ist zwar löblich aber kein “my stupid project” nach meiner Definition. Im Freundeskreis gibt es immer wieder solche Projekte, beliebte Bespiele sind: einen Schnäuzer wachsen lassen, die Gründung einer Spaßband, eine gewissen Zeit auf sein Handy verzichten und viele mehr.
Man tritt so oft auf der Stelle und folgt einem festen Alltagsschema, das ein entsprechendes Projekt mit festem Ziel in vielerlei Hinsicht eine tolle Abwechslung sein kann. Ich glaube generell, das die meisten Projekte, egal ob Sie erfolgreich sind oder nicht, viele neue Erfahrungen und Perspektiven mitbringen und somit immer ein Fortschritt für die persönliche Entwicklung sein können.
Aufmerksamkeit erlangte bei mir in diesem Zusammenhang auch Autor Tim Ferris mit seinem Buch the four hour body oder the 4 hour work week. Hier beschreibt er Selbstversuche im Bezug auf Körper- oder Produktivitätsoptimierung was sich sehr spannend liest und mit vielen interessanten Blickwinkeln aufwartet. Eben “thinking outside of the box” geparrt mit der Neugierde eigene Erfahrungen im Leben zu sammeln.
Auch bin ich seit Monaten bei the health month angemeldet und fordere mich Monat für Monat selbst heraus gewisse Dinge regelmäßig zu tun, Nahrungsgewohnheiten umzustellen und so weiter.
Ideen sind wertlos…. wenn es nur Ideen bleiben!
Jonas, mein Lieblingskollege, verbringt die meisten Mittagspausen mit mir. Meist entwickeln und diskutieren wir über unsere Ideen aus sämtlichen Bereichen. Oft denke ich mir das vieles davon es wert wäre, sich intensiver damit zu beschäftigen oder jemanden bräuchte der die Idee nimmt und etwas grandioses daraus macht. Nur das passiert nie. Jeder wird das von sich selber kennen, dass die meisten Ideen, für die man zunächst Feuer und Flamme ist, eben deshalb scheitern weil sie gar nicht erst über den Status des Gedankenspiels hinauskommen. Das liegt daran, das es an Zeit oder dem nötigen Geld oder einfach der Motivation wirklich daran zu arbeiten fehlt. Ich bin der Meinung das der innere Schweinehund ohnehin das größte Hindernis ist. Man entwickelt lieber Argumente gegen die Idee und warum man sie lieber nicht weiter in Angriff nimmt, als eine Strategie und ein Konzept, wie diese Idee funktionieren könnte. So kann man der Arbeit oder der eigenen Herausforderung aus dem Weg gehen. Das ist sehr schade, denn somit steht etwas Gutes im Raum, das wertlos ohne den Eifer es zu etwas zu machen. Ich ärger mich so oft über mich selber, das ich mich am Ende nicht weiter mit der Idee befassen werde und dann beschäftigt es mich noch am Abend und vielleicht noch die nächsten Tage, bis es irgendwann aus meinem Kopf verdrängt wird.
my stupid project
Fakt ist, ich bin durchaus überzeugt, von vielen dieser Ideen oder zumindest von den Ansätzen und habe mir schon oft gesagt das es Zeit ist mal wieder etwas zu machen. Daraus entstand wieder diese neue Idee: mir selbst in regelmäßigen Abständen (ich hatte an einen monatlichen Rhythmus gedacht) ein eigens „stupid boy project“ vorzunehmen und somit endlich mal was in die Tat umzusetzen um darin Übung zu bekommen.
Über diese Projekt werde ich dann jeweils hier bloggen, um den Fortschritt und die einhergehenden Überlegungen und Erfahrungen zu dokumentieren. Dabei freue ich mich über alle die ähnliche Pläne und Ideen haben und mir durch Tipps in den Kommentaren weiterhelfen können.
Mein erstes Projekt für Februar folgt in den nächsten Tagen…